Ich bin sanft, aber kein Softie

Meine Sanftheit ist meine Stärke

Rolf-a8-1-150x150 in Meine Sanftheit ist keine Schwäche

Rolf Goertz

 
Aus meiner Psycho-Sprechstunde 

Mir wird oft geschildert, dass viele Mitmenschen meinen, weil der andere als sanft beschrieben wird, könne man ihn als Schwächling, als Versager, als Softie, als ein Feigling bezeichnen.
 
Es scheint ganz offensichtlich zu sein, dass Sanftheit mit Schwäche verwechselt wird. Oder dass Sanftheit und persönliche Stärke sich gegenseitig ausschließen würden. Als wenn im Leben nur der weiterkommt, der stets Härte zeigt.

 

Sanftheit ist Energie von Liebe und Kraft

Hat Ihnen auch schon mal ein Mensch gegenüber gestanden, der mit seiner persönlichen Stärke seine von ihm ausgehende Sanftheit Sie beeindruckt hat? Aus der Friedensbewegung sehen wir viele Persönlichkeiten wie z.B. Martin Luther King oder Gandhi, die von anderen sich nicht beherrschen, kontrollieren oder gar emotional verletzen ließen. Sie ließen sich nicht selbst beschuldigen. Sie taten anderen keine Gewalt an. Sie wussten jeweils, was sie wollten und fühlten und sie wussten, dass sie das Recht haben zu wollen, was sie wollen und zu fühlen, was sie fühlen.


 

Wenn wir wissen, wie sicher und autark wir uns in unserer eigenen persönlichen Stärke fühlen, strahlen wir unsere Persönlichkeit mit einer gewissen Sanftheit aus, die jenseits von Schwäche und Gewalt andere beeindruckt.

Lassen Sie sich nicht ausnutzen

Wenn Sie Angst davor haben, von anderen kontrolliert zu werden, und selbst Ihre eigene Angst davor zu verbergen suchen, fühlen Sie sich innerlich schwach. Ebenfalls, wenn Sie Missbilligungen von anderen eine ganz besondere Bedeutung für sich selbst zubilligen. Wenn Sie ihrem Ego erlauben, Überzeugungen Dritter nachzugeben, somit die Verantwortung für sich selbst abgeben, dann fühlen Sie ihre Schwäche. Ebenfalls vor dem Hintergrund, andere zu kontrollieren und zu beherrschen. Denn diese sogenannte „Pseudostärke“ basiert auf Angst. Sie ist zu manipulativ. Sie wird bei anderen keine Selbstachtung und Freude bewirken.



 

Sanftheit – ein Kreislauf von Gefühlen

Ihre Sanftheit ist dann kraftvoll, wenn Sie etwas gegeben haben, aber nichts zurückerwarteten. Denn alleine diese Gedanken daran, würden Ihr Geben einschränken und diesem einen Stempel von Bedingungen aufdrücken. Auch Paare berichten mir von einem stetig zunehmenden Kreislauf von liebevollen Gefühlen untereinander, so sie ein Geben nicht mit einem Nehmen kombinierten.

Härte bringt keine Freude

Ebenfalls zeigt die Geschichte uns, immer wenn versucht wird, die Sanftheit des anderen mit Härte zu zerstören, um nicht die Kontrolle über den anderen zu verlieren, wie ausweglos auf Dauer dieser Weg der kontrollierenden Härte ist. Er mündet in Krieg von Nationen und Gesellschaften.



 

Gleiches ist auch in Familien zu beobachten. Auch dort finden jeden Tag Kriege statt. Geprägt von der Angst, die Macht und die Kontrolle über den anderen zu verlieren.

Die beste Verteidigung ist die Sanftheit und Liebe

Es gibt keine größere Macht als die aus Sanftheit und Liebe. Sie gibt uns Selbstachtung. Und sie gibt uns Freude. Denn dann sind wir liebevoll und liebenswert. Das fühlen wir. Das können wir leben. Ein Gewinn für uns selbst, für den anderen und für die Gesellschaft.

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